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Der Weihnachtsschmaus und seine Geschichte

Woher stammt eigentlich die Tradition, dass man weltweit in fast allen Ländern an den Weihnachtstagen mit der Familie zusammentrifft und ein wahres Festessen verspeist?

Man möchte es kaum glauben, aber dahinter steckt wieder einmal ein heidnischer Brauch. Schon lange bevor Weihnachten entstand, gab es das Julfest, welches die nordischen Stämme für ihre Götter und Helden feierten. An diesen Tagen im Winter wurde trotz der kargen Jahreszeit geschmaust und gefeiert, was das Zeug hielt. Man beschwor die Götter in den dunkelsten Tagen, dass sie im kommenden Jahr große Fruchtbarkeit und reiche Ernte übers Land bringen sollten. Nicht fehlen durften dabei auch tierische Opfer. Der Julklotz wurde angezündet, ein besonders dicker Baumstamm, der über alle zwölf Rauhnächte hinweg brennen sollte. Hier versammelte man sich nun mit dem Weihnachtsessen, das meist aus Schwein oder Hammelfleisch bestand. Der Eber, der damals noch aussah wie ein Wildschwein, war das Tier des alten Gottes Odin und wurde deshalb zum Julfest mit Vorliebe verspeist. Bis heute ist Schweineschinken eines der beliebtesten Gerichte zur Weihnachtszeit in Norwegen, Finnland und Schweden. Hierzulande wird dagegen kaum Schwein verspeist. Ebenfalls zum Weihnachtsfest in den nordischen Ländern gehört die Grütze, an der sich der Legende nach, auch gern die Zwerge zu schaffen machen.

In Deutschland ist es vielmehr die Gans, die am Ersten Weihnachtsfeiertag auf den Tisch kommt. Die Gänse hatten ja einst den Heiligen Martin verraten – und werden darum auch am Martinstag verspeist. Der Gänsebraten passte letztendlich auch zur Schlachtzeit im Winter und wurde deshalb schon seit dem Mittelalter zur Winterszeit häufig verspeist. Es soll einst Elizabeth von England gewesen sein, die erstmals zum Weihnachtsfest einen Gänsebraten auftischte. Neben der Gans kommt heute auch gern Ente oder Truthahn auf die weihnachtliche Tafel. Die Tradition des Truthahnessens ist vor allem aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika bekannt, wo einst schon die Pilgerväter von den Indianern zum Truthahnessen eingeladen wurden.

Auch Karpfen ist ein beliebtes deutsches Gericht zum großen Weihnachtsfestschmaus. Wer kennt nicht die diversen Geschichten vom Weihnachtskarpfen, den man dann doch nicht selbst umbringen möchte, weil er doch allzu liebreizend in der Badewanne schwimmt. Meist landet der Karpfen der Geschichten wieder im Teich.

In Realität steht der Karpfen ganz oben auf der Liste der Weihnachtsgeschenke. Und er soll obendrein auch noch Glück bringen – zumindest, wenn man eine Schuppe in den Geldbeutel legt. Dann soll man das ganze Jahr über Geld im Portemonnaie haben – und hoffentlich Glück obendrein.

Für die Christen ist der Fisch schon immer mit einer großen Symbolkraft verbunden. Der Fisch war einst ein das Symbol Jesu Christi in den christlichen Frühkirchen. Damit verständigten sich die Christen bereits, als sie noch im Untergrund versteckt ihre Religion ausübten.

Einen ganz besonderen Status hat in Deutschland auch das Essen am Heiligen Abend. Denn da gibt es meist nicht ein großes Festmahl, sondern ein eher kleines Gericht, was noch auf die Fastenzeit anspielt, die bis vor etwa 100 Jahren auch hierzulande vor dem Fest gelebt wurde. Erst am Ersten Weihnachtsfeiertag wurde wieder groß aufgetischt. So gibt es in den meisten Familien an Heiligabend Würstchen, Kartoffelsalat, Fondue oder Raclette. Dazu werden selbstverständlich auch allerlei selbstgebackene Plätzchen schnabuliert. Früher wurden diese meist bis zum Heiligen Abend aufgehoben – heute gibt es sie schon die ganze Weihnachtszeit über in den meisten Familien.

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