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Dreikönigstag – Alte Bräuche neu erleben

Der Dreikönigstag hat in Deutschland eine weitaus geringere Bedeutung als in anderen europäischen Ländern. Häufig ist er nämlich dem Weihnachtsfest zumindest ebenbürtig, wie es etwa in Italien der Fall ist, wo erst an diesem Datum die Geschenke verteilt werden. In Russland wird laut russisch-orthodoxer Liturgie das Weihnachtsfest ebenfalls erst am Dreikönigstag gefeiert.

In Deutschland ist zu Dreikönig eigentlich schon fast alles wieder vorbei – für viele Familien ist es der Tag, an dem der Christbaumschmuck endgültig wieder eingemottet wird.

Früher hatte Heiligdreikönig noch eine ganz andere Bedeutung: Endlich waren nun die Rauhnächte vorbei. Das Leben nahm wieder Fahrt auf – keiner hatte mehr Angst vor der „Wilden Jagd“ aus Dämonen und Unholden, die zwischen Thomastag (21. Dezember) und Dreikönig (6. Januar) unterwegs sein sollte. Oft genug ziehen heute jedoch vor allem in den Alpendörfern die jungen Leute noch durch die Straßen und sind dabei mit furchterregenden Masken ausgestattet. So möchte man das Böse vertreiben. Nicht selten gehen die Bauern auch heute noch mit einer geweihten Kerze durch Haus und Stallungen, um dort das Böse zu vertreiben und Familie und dem Vieh Gesundheit für das neue Jahr zu ermöglichen.

Bekannt ist der Dreikönigstag auch unter dem Namen „Epiphanias“, was soviel bedeutet wie „Tag der Erscheinung des Herren“. Dieser Name macht deutlich, dass einst an diesem Tag das ursprüngliche Weihnachtsfest gefeiert wurde.

Heute ziehen Caspar, Melchior und Balthasar – die Heiligen drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland – nach wie vor durch die Straßen. Junge Leute sammeln im Auftrag der Kirchengemeinden Geld, welches dann an „Adveniat“ oder „Brot für die Welt“ gespendet wird. „C + M + B“ schreiben sie gemeinsam mit der jeweiligen Jahreszahl über die Haustüren. Die drei Buchstaben sind nicht etwa nur die Anfangsbuchstaben der Vornamen der drei  Weisen, sondern bedeuten „Christus Mansiomen Benedicat“, „Christus segne dieses Haus“. So können sich die Bewohner über Segen für das ganze Jahr freuen.

Die Sternsinger sind in Deutschland zweifellos der bekannteste Dreikönigsbrauch. Meist sind sie schon die ganze Woche unterwegs und schließen ihre Mission an Dreikönig ab. Oftmals wird dazu feierlich ein Gottesdienst begangen. Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten die drei Könige einst dem Jesuskind als Geschenk mit – in den Kirchen werden die Gaben noch heute dargereicht. Außerdem sieht man nun in den Krippen die Darstellung der Ankunft der Könige.

Andere Länder, andere Sitten: In den Niederlanden gibt es an Dreikönig das „Bohnenkönigsfest“. Dabei sitzt man gemeinsam mit der Familie an einer Tafel. Es gibt einen Kuchen, in den eine Bohne eingeknetet wurde. Nur ein Familienmitglied kann Bohnenkönig werden, indem er die Bohne auf seinem Teller hat. Er wird dann mit Krone und Zepter aus Papier oder Karton belohnt – und darf den restlichen Tag die Herrschaft über alle anderen übernehmen. Jeder Wunsch soll ihm dabei erfüllt werden.

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