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Traditionelle Weihnachtsgeschichten und Gedichte

Wenn man auch den Rest des Jahres nur wenig Zeit hat, um Bücher in die Hand zu nehmen, ist die Advents- und Weihnachtszeit doch immer wieder so ein besonderer Moment, in dem man Lust verspürt, doch einmal ein Buch zur Hand zu nehmen.

Denn jeder von uns kennt wohl Gedichte wie „Knecht Ruprecht“, die schon die Kindheit prägten. Theodor Storm schuf dieses wohl bekannteste Weihnachtsgedicht, jener Autor, der auch den „Schimmelreiter“ zum Leben erweckte.

Markt und Straßen stehen verlassen“ heißt es bei Joseph von Eichendorff, dem Autor von „Aus dem Leben eines Taugenichts“ und einem der berühmtesten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Theodor Fontane, Autor von „Effi Briest“, dagegen berichtete vom Herbst, der noch nicht entflohen ist, wenn die Weihnacht an die Tür klopft und alles auf die „eine Nacht der Herrlichkeit“ hinstrebt.

Mit „Es treibt der Wind im Winterwalde“ schuf auch Rainer Maria Rilke ein Weihnachtsgedicht, welches die Menschen bis heute bewegt. Darin geht es um die Weihnachtstannen und ihren Weg zu jeder wunderbaren Weihnachtsnacht.

Die berühmteste aller Weihnachtsgeschichten stammt aus Großbritannien. Charles Dickens schuf mit seinem „Christmas Carol“ einen Klassiker, der bis heute unzählige Neuauflagen, Hörspielfassungen und Verfilmungen erlebte. Er erzählt von Scrooge, einem Menschenhasser, der dank dreier Geister den wahren Sinn der Weihnachtszeit entdeckt. So wird nicht nur der alte Mann selbst glücklich, sondern auch sein Umfeld, sowohl der Neffe, als auch der arme Arbeiter mit seiner großen Familie, die dank Scrooge endlich zu einem weihnachtlichen Truthahn gelangt.

Unter dem Weihnachtsbaum“ heißt eine der schönsten Geschichten von Theodor Storm, dem das Weihnachtsfest augenscheinlich sehr am Herzen lag. Hier erzählt er von seinen ganz eigenen Gefühlen zum Weihnachtsfest in der Familie.

Mit „Die Heilige Nacht“ hat auch Selma Lagerlöf, die Autorin des „Nils Holgersson“, einen Klassiker der Weihnachtsliteratur geschaffen. Sie beschreibt darin ihre ganz eigenen Gedanken über jene Nacht in Bethlehem. Ihre „Kollegin“ Agatha Christie, Mutter von „Miss Marple“, schrieb mit dem „Kleinen Weihnachtsesel“ eine Geschichte, die so gar nicht zu Christies sonstigen kriminellen Romanen passt. Die hübsche Kindergeschichte verzichtet jedoch nicht auf einen ernsten Kern.

Im 20. Jahrhundert berichtete Thomas Mann von einem Weihnachtsfest in seiner Familie „Buddenbrook“. Die Geschichte aus dem großen Roman „Die Buddenbrooks“ wird noch heute als eigenes, kleines Buch zur Weihnachtszeit verkauft. Es wird erzählt von all der Herrlichkeit, aber auch von der Dramatik in einer großbürgerlichen Familie zur Weihnachtszeit.

Die Weihnachtsgans Auguste“ war in der ehemaligen DDR die Weihnachtsgeschichte schlechthin. Im vereinten Deutschland wurde die Geschichte von Friedrich Wolf jedoch allgemein bekannt und beliebt.

Auch in der Moderne wurden Weihnachtsgeschichten zu Klassikern – so zum Beispiel Jostein Gaarders „Weihnachtsgeheimnis“ oder Cornelia Funkes „Hinter verzauberten Fenstern“, die Jahr für Jahr unzählige Kinder und Erwachsene begeistern.

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