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Von der Bedeutung des Weihnachtsfestes – einst und jetzt

Unser heutiges Weihnachtsfest ist für die meisten zu einer Art Geschenkefest geworden. Schade, dass dabei so mancher tiefergehender Sinn zugrunde ging. Vielmehr steht für viele vor dem Fest das Kaufen im Mittelpunkt – und zwar stets mit dem Zwang, dass man diesem und jenem noch etwas besorgen MUSS, weil er/sie sonst unzufrieden ist. Doch was man kaufen soll für die entfernten Verwandten oder Kollegen, das weiß man oft noch nicht einmal am Tag vor dem Fest.

So ist die Weihnachtszeit für viele nicht selten nur durch Stress geprägt bis man nach den Weihnachtstagen, an denen man noch für die Familienmitglieder in Nah und Fern „da“ sein musste, entkräftet in den Sessel sinkt.

Viele mögen sich bei einer solchen Charakterisierung vermutlich erkannt haben. Doch muss es so sein? Ist das wirklich das Einzige, was vom Weihnachtsfest übrig bleibt?

Die ersten Christen feierten ihr Weihnachten noch eingebettet in die römischen „Saturnalien“. Mit viel Speis und Trank huldigten die Römer Ende Dezember den Göttern. Weil der Termin gut gelegen war, wurde auch das christliche Fest an diesem Termin untergebracht und konnte so unauffällig ebenfalls gefeiert werden.

Als das Christentum sich verbreitet hatte und zur vorherrschenden Religion in Europa wurde, wurde das Weihnachtsfest eher im Stillen begangen. Man traf sich in den Domen, die zu jener Zeit vielerorts erbaut wurden. Dort schien Jesus Christus in den Worten der Bischöfe, die damals jedoch kaum einer verstand, und in der bloßen Erhabenheit der Kirche nahe zu sein.

Erst im Hochmittelalter gab es auch wieder weihnachtliche Gelage, zumindest beim Adel, während im Kloster nach wie vor im Schweigen gefeiert wurde.

An den barocken Höfen gab es große Festlichkeiten zum Jahresende. Jedoch wurde das Neujahrsfest hier deutlich prunkvoller begangen und spielte häufig im höfischen Leben eine Hauptrolle.

Später im Biedermeier zu Beginn des 19. Jahrhunderts zog man sich nach dem Kirchgang in die Familie zurück und feierte dort mit Tannenbaum und Geschenken ein besinnliches Weihnachtsfest. Geschenke waren erstmals durch Martin Luther für die Kinder eingeführt worden – er wollte Weihnachten auch zu einem Kinderfest machen.

Im 20. Jahrhundert musste das Weihnachtsfest zwei Weltkriege überstehen, bei denen die Menschen ein Fest in Armut und Angst erlebten. Durch die Nationalsozialisten wurde zudem selbst das Weihnachtsfest für deren Zwecke instrumentalisiert und sollte den christlichen Charakter verlieren.

Heute kann jeder selbst entscheiden, ob er Weihnachten christlich feiern möchte oder aber als Geschenkefest. Dennoch zieht es viele an diesem einen Tag im Jahr dann doch in die Kirchen. Weihnachten verbreitet nun einmal seit zwei Jahrtausenden einen Zauber.

Und wer einmal der Stille am Heiligen Abend auf den Straßen gelauscht hat, der kann diesen Zauber hautnah erleben. Wer dann zu seinen geliebten Menschen heimkehrt, der sollte sich vielleicht zudem einen Moment lang bewusst machen, dass es so viel Wichtigeres gibt, als nur Geschenke…

[Gesamt:6    Durchschnitt: 3.7/5]

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