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Weihnachten in Afrika

Mehrere afrikanische Länder haben heute christliche Traditionen. Meist wird das Fest jedoch am 7. Januar gefeiert. Grund dafür ist der Kalender der Kopten, der ägyptischen Urchristen. In Ägypten selbst feiern diese bei einem ausgiebigen Festmahl – da danach auch eine Fastenzeit beginnt. In Äthiopien steht auch der Kirchgang im Mittelpunkt der Feierlichkeiten. Meist wird eine Mitternachtsmesse gefeiert. Etwa die Hälfte der Bevölkerung feiert das Fest nach christlichem Glauben. Am Weihnachtstag gibt es ein großes Festessen mit verschiedenen Fleischgerichten und dem traditionellen Injera-Fladen.

Auch in Südafrika feiern die meisten Menschen Weihnachten – allerdings wurden hier vor allem britische Traditionen verinnerlicht.

Weihnachten in Asien – Philippinen – Japan – China – Russland

Die Philippinen sollen das Land mit der längsten Weihnachtszeit weltweit sein. Einst kam das Fest durch christliche Missionare ins Land. Das Fest beginnt mit einer Abendmesse. Mittelpunkt der Feierlichkeiten ist allerdings die Mitternachtsmesse. Nach dieser geht es nach Hause, wo schon ein Festmahl mit Fleisch und Käseballen wartet.

Erstaunlich ist, dass Weihnachten in Japan einer der wichtigsten Feiertage ist, hat das Land doch mit dem Christentum kaum etwas am Hut. Doch jeder hier kennt den Nürnberger Christkindlesmarkt – und viele andere deutsche Traditionen. Weihnachten ist im Land zwar kein offizieller Feiertag, doch erstrahlen die Straßen mit allerlei bunten Lichterketten und Weihnachtsmännern. Oft wird zum Essen eine Weihnachtstorte mit Erdbeeren serviert, die als Geburtstagstorte des Jesuskindes gebacken wird. Für die Kinder und Erwachsenen gibt es kleine Geschenke oder man tauscht Geld aus. Vor allem ist Weihnachten ein buntes und lautes Fest.

Auch nach China hat sich das Weihnachtsfest mittlerweile verbreitet. Vor allem wird es in den ehemaligen Kolonien Hongkong und Macao gefeiert. Dort kennt man ein eher britisch angehauchtes Fest mit Weihnachtsmann und Co. In ganz China findet man in der Weihnachtszeit immer öfter Lichterketten.

In Russland bringt Väterchen Frost bei eisigen Temperaturen die Geschenke – allerdings erst an Silvester. Die eigentlichen Weihnachtsfeierlichkeiten finden am 7. Januar statt. So will es die russisch-orthodoxe Kirche.  Das Weihnachtsmahl besteht aus zwölf einzelnen Gerichten, eines für jeden Apostel.

Weihnachten in Australien

Flagge von AustralienDie Australischen Weihnachtsbräuche haben große Ähnlichkeit mit jenen aus Großbritannien – kein Wunder, waren die Briten doch lange Zeit Kolonialmacht und gehört Australien nach wie vor zum Commonwealth. Weihnachten fällt hier mitten in die Sommerszeit. Deshalb kommt der Weihnachtsmann in Sydney und mehreren anderen Küstenstädten auch gerne mit Wasserski übers Meer. Bekannt sind Lied und Märchen, in denen der Weihnachtsmann einem kleinen Känguru hilft, seine Mutter wiederzufinden.

In vielen Städten gibt es große Weihnachtsparaden. In anderen gibt es traditionelle Picknicks am Strand. Man trifft in der Familie gern zusammen, auch wenn einen ansonsten viele Meilen trennen. Die Kinder erhalten ihre Geschenke, wie in den englischsprachigen Ländern üblich, am Weihnachtsmorgen.

Weihnachten in den Niederlanden

Flagge der NiederlandeHier steht Sinterklaas, der niederländische Nikolaus, im Mittelpunkt des Festes. So kommt es, dass der 6. Dezember den holländischen Kindern eigentlich viel mehr bedeutet, als der Heilige Abend, an dem hauptsächlich der religiöse Aspekt im Zentrum der Feierlichkeiten steht. Der Sinterklaas kommt mit seinem Gehilfen, dem Schwarzen Piet, oftmals übers Meer oder die Grachten gefahren und bringt allerlei schöne Dinge mit.

Weihnachten in den USA

Flagge der USAIn den Vereinigten Staaten von Amerika ist Weihnachten vor allem bunt, kitschig und laut – und hat doch seinen ganz eigenen Charme. Ob an der kalten Ostküste oder im sonnigen Kalifornien – überall werden Weihnachtsbäume geschmückt und die Straßenboulevards mit allerlei bunten Lichtern geschmückt. Selbst die Palmen von Los Angeles tragen Weihnachtslichter.

Besonders bekannt ist der riesige Weihnachtsbaum vor dem New Yorker Rockefeller Center. Mit einer gigantischen Bühnenshow von den berühmtesten Sängern der USA wird der Baum traditionell entzündet. Den ganzen Dezember über kann man dann dort mitten in der Metropole Eislaufen und den Baum bewundern.

Christmas-Shopping in New York ist deshalb auch für viele Ausländer ein ganz großes Erlebnis. Doch es geht auch ruhiger. In vielen kleineren Städten der USA steht vor allem das kirchliche Fest im Mittelpunkt. Überall ist Santa Clause unterwegs, um den Kindern ihre Weihnachtsgeschenke vorbeizubringen. Vor seinem Schlitten laufen die berühmten Rentiere, deren Namen alle US-amerikanischen Kinder kennen – natürlich auch jenen von Rudolf mit der roten Nase.

Die Geschenke bekommen die Kinder am Morgen des Ersten Weihnachtsfeiertages, wenn Santa Clause durch den Schornstein zu Besuch gekommen ist. Der Tag wird dann mit der Familie bei einem großen gemeinsamen Essen verbracht – meist gibt es Truthahn mit Füllung und allerlei Beilagen.

Weihnachten in Frankreich

Flagge von FrankreichAuch in Frankreich werden zum Weihnachtsfest zahlreiche kulinarische Genüsse aufgetischt. Bekannt ist vor allem der „Bûche de Noël“, ein Kuchen in Form eines Baumstammes. Außerdem kommen Spezialitäten wie Hummer, Austern, Schnecken, Gänseleber und zahlreiche Käsesorten und bester Rotwein auf den Tisch. Der „Pére Noël“ bringt den Kindern am Weihnachtstage die Geschenke. Er wird auch im beliebtesten französischen Weihnachtslied „Petit Papa Noël“ angesprochen.

Weihnachten in Großbritannien

Flagge von EnglandDie meisten von uns haben wohl Charles Dickens „Weihnachtsgeschichte“ rund um den Weihnachtshasser Scrooge gelesen – und eigentlich erfährt man darin auch schon alles, was man vom britischen Weihnachtsfest wissen muss. Zum einen ist dies der traditionelle Plum Pudding, der schon lange vor dem Fest fertiggestellt werden muss, damit er zu Weihnachten so richtig durchgereift ist. Zum anderen darf der dicke Truthahn nicht fehlen, um ein wahrlich köstliches Festmahl zu haben – und dieses wollen sich die Briten nicht entgehen lassen. Außerdem küssen sich alle Liebenden in der Weihnachtszeit gerne unterm Mistelzweig. Efeu und Stechpalme gehören ebenfalls zur Dekoration dazu.

Der Weihnachtsmann, Father Christmas, kommt in der Nacht nach dem Heiligen Abend, sodass die Kinder am Morgen des Ersten Weihnachtsfeiertages die Geschenke öffnen. Am Boxing Day, dem Zweiten Feiertag, feiern die Briten fröhlich weiter. Mittelpunkt vieler Familien ist übrigens der Fernseher, die Einschaltquoten zur Weihnachtszeit sind hoch – vor allem bei der Ansprache der Queen.

Weihnachten in Italien

Flagge von ItalienIn Italien bekommen die Kinder die Geschenke erst am 6. Januar, dann nämlich, wenn die Befana, die Weihnachtshexe, sie ihnen vorbeibringt. Der Heilige Abend ist dagegen eher ein Tag der Besinnung. Fast alle Familien gehen in die Kirche. Am 25. Dezember gibt es dann ein großes Weihnachtsessen mit der ganzen Familie, bei dem unter anderem Panettone, der bekannte norditalienische Weihnachtskuchen, serviert wird. Neben dem Weihnachtsfest werden in Italien im Advent auch am 8. Dezember das Fest der Unbefleckten Empfängnis Marias durch Elisabeth (bei uns unter dem Namen „Maria Empfängnis“ bekannt) und das Luciafest am 13. Dezember gefeiert.

Weihnachten in Polen

Flagge von PolenWeitaus christlicher wird das Weihnachtsfest in Polen gefeiert. Der Kirchgang steht hier für viele Familien im Mittelpunkt der Feierlichkeiten, auch wenn sie dafür in einen entfernten Ort fahren müssen. Früher wurden die Strecken mit dem Pferdewagen oder zu Fuß durch den Schnee zurückgelegt, heute werden dafür natürlich Autos genutzt. Vor dem Heiligen Abend herrscht in Polen Fastenzeit, wie es einst in allen Ländern Europas üblich war. Sie endet am Abend des 24. Dezember mit dem weihnachtlichen Festessen. Bei diesem wird nicht nur unter den Familienmitgliedern eine Oblate geteilt, man stellt auch stets einen Teller mehr an den Tisch, damit hier unerwartete Gäste am Mahl teilnehmen könnten.

Weihnachten in Skandinavien

In Schweden beginnt das Weihnachtsfest für die Kinder bereits mit dem Luciatag am 13. Dezember, an dem die älteste Tochter jeder Familie mit einem Lichterkranz auf dem Kopf die anderen Familienmitglieder weckt und ihnen das Frühstück bringt. Der Heilige Abend beginnt in Schweden etwas skurril, denn die meisten Familien schauen sich gemeinsam eine Donald-Duck-Sendung im Fernsehen an, welche die Feierlichkeiten einläutet. Danach setzt man sich gemeinsam zu Tisch und isst das Julbrod und den traditionellen Julschinken. Für die Erwachsenen darf auch ein kräftiger Grog nicht fehlen. Einst brachte in Schweden der Julbock die Geschenke. Das Tier, das einen Ziegenbock symbolisiert, stammt noch aus der vorchristlichen Zeit und der alten nordischen Mythologie. Heute jedoch ist vermehrt der Jultomte, der schwedische Weihnachtsmann, unterwegs.

In Norwegen ist es der Julnissen, der den Kindern die Geschenke am Heiligen Abend vorbeibringt. Dies ist eine Art Kobold, der noch aus den vorchristlichen Legenden Skandinaviens stammt.  Bei der Bescherung werden die Geschenke traditionell vom jüngsten Familienmitglied verteilt. Während der Heilige Abend und der Erste Weihnachtsfeiertag eher ruhig begangen werden und man die Kirche besucht, geht es am Zweiten Feiertag ins Kino oder zum Tanzen.

In Finnland dagegen soll die echte Heimat des Weihnachtsmannes sein. Genauer gesagt soll es in Korvatunturi in Lappland leben. In Finnland heißt er Joulupukki und zieht mit seinem Rentierschlitten Heiligabend um die Häuser. Drinnen gibt es ein traditionelles Weihnachtsessen mit Schinken und dem Glögi, dem finnischen Weihnachtspunsch.

Weihnachten in Spanien

Flagge von SpanienIn Spanien steht nicht der Weihnachtsbaum, sondern die Weihnachtskrippe im Mittelpunkt der Festlichkeiten. Dennoch entdeckt man in den großen Städten auf öffentlichen Plätzen zahllose Weihnachtsbäume. Die Weihnachtstage verbringt man im Kreise der Familie bei einem großen Festessen. Die Bescherung der Kinder findet erst am Dreikönigstag am 6. Januar statt, da es ja auch die Heiligen Drei Könige waren, die das Jesuskind beschenkten. Damit die Zeit des Wartens nicht so lange dauert, können die Kinder jedoch bereits am 28. Dezember, dem „Tag der unschuldigen Kinder“ feiern – und die Erwachsenen nach Herzenslust hereinlegen.

Weihnachten in Südamerika

In den meisten südamerikanischen Ländern wird das Weihnachtsfest auf ähnliche Art und Weise gefeiert. Zwar gibt es immer regionale Unterschiede, doch im Mittelpunkt des Geschehens steht immer die Familie. Man isst gemeinsam an einer großen Tafel und freut sich über Spezialitäten, meist Fleischsorten, die man sonst nicht bekommt.

Unumstrittener Mittelpunkt der kirchlichen Feierlichkeiten ist die Weihnachtskrippe. Sie ist in Südamerika deutlich wichtiger, als der Weihnachtsbaum. Doch auch dieser hat mittlerweile Einzug gehalten – und wird meist mit bunten Lichtern bestückt. Weihnachten ist in Südamerika vor allem ein fröhliches Fest, was man auch an den Paraden in den großen Städten, wie etwa Rio de Janeiro, sehen kann. Der christliche Hintergrund nimmt dennoch ebenfalls einen großen Bereich der Feierlichkeiten ein, die meisten Südamerikaner gehen an diesen Tagen zur Kirche.

Die Weihnachtskrippen aus Südamerika, besonders aus Peru, wurden so berühmt, dass sie mittlerweile sogar in Ausstellungen in Europa zu bestaunen sind.

Die Geschenke bringen manchmal das Jesuskind persönlich (Kolumbien), manchmal ein Hirte (Chile) und ansonsten meist der Weihnachtsmann Papa Noel. In Argentinien müssen die Kinder bis zum Dreikönigstag auf ihre Geschenke warten.

 

 

 

 

 

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