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Wie der Weihnachtsschmuck entstand

Wie kam es eigentlich zu unserem heutigen Weihnachtsschmuck? Für uns ist es schließlich ganz selbstverständlich, die Wohnung oder das Haus zu dekorieren und vor allem den Weihnachtsbaum ganz besonders herauszuputzen.

Die Lichter, die uns in der Weihnachtszeit überall begegnen, stammen schon aus alter Zeit, als man nicht selbstverständlich Licht entzünden durfte. Es gab lediglich Kerzen oder Talglichter, mit denen man sorgsam umgehen musste, da man sie auch nicht im Überfluss hatte. Dennoch erfreute man sich zur Weihnachtszeit häufig an etwas mehr Licht, gerade, wenn an den Feiertagen in der Kirche die Kerzen entzündet wurden. Dann konnte man die Unholde der Rauhnächte für einige Zeit vergessen und sich am Leuchten und der Wärme der Kerzen erfreuen. Das Licht in dunkler Nacht erscheint in Jesus – sicherlich eine der wichtigsten Weihnachtsbotschaften.

Die Weihnachtspyramide wurde einst im Erzgebirge erfunden. Dort gibt es heute im Örtchen Eibenstock eine bedeutende Ausstellung von Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge. Nicht nur Pyramiden gibt es zu sehen, sondern auch allerlei Holzfiguren, die hier eine ebenso lange Tradition haben.

Zunächst wurde im Erzgebirge viel Bergbau betrieben. Es gab Silber, Zinn, Nickel und Eisenminen. Nach 700 Jahren waren die Minen jedoch größtenteils erschöpft. Man musste sich auf anderes Handwerk beschränken, so zum Beispiel Stickerei oder Klöppeln. Zu dieser Zeit ab dem 18. Jahrhundert entstanden im Erzgebirge auch allerlei Spielzeugfiguren, da man sich auf das Handwerk gut verstand. Die Spielsachen verkaufte man auf den (Weihnachts-)Märkten in der Umgebung, vor allem in Dresden. Auch der allseits bekannte Nussknacker hatte im Erzgebirge seinen Ursprung. Literarisch widmete ihm Heinrich Hoffmann, der Schöpfer des „Struwwelpeter“, ein Gedicht.

Die ersten Weihnachtspyramiden entstanden im 18. Jahrhundert aus der Tradition der Klausenbäume, die einst wiederum aus heidnischen Fruchtbarkeitsbäumen entstanden. Pyramiden gab es in dieser Zeit zu vielen Anlässen, so auch bei Prozessionen aller Art, geblieben ist sie bis heute zur Weihnachtszeit und fasziniert mit ihrem langsamen Drehen zum Kerzenschein Groß und Klein.

Der erste Christbaumschmuck, wie wir ihn heute noch kennen, geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Zuvor hatte man den Baum mit Rosen und allerlei anderen Blumen sowie Schleifen und Bändern dekoriert.

Im 19. Jahrhundert schufen also Glasbläser erstmals Weihnachtskugeln, die schnell zum traditionellen Schmuck in bürgerlichen Häusern wurden – und bis heute blieben. Allerdings gab es auch einige seltsame modische Ausprägungen,  so wurde teils sogar Gold und Silber an den Baum gehängt. Schmuck gab es nicht nur an den Hälsen der Damen, sondern auch auf dem Baum. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde der Weihnachtsschmuck für deren Zwecke manipuliert. Selbst auf dem Weihnachtsbaum fand man Hakenkreuze vor.

Wir können alle froh und glücklich sein, dass wir uns heute ohne Probleme unser Weihnachtswunderland am Baum schaffen können. Vielleicht denken wir ja auch einmal an andere und kaufen Weihnachtsschmuck, dessen Erlös anderen Menschen zugute kommt.

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