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Zwischen den Jahren und die Rauhnächte

Die Rauhnächte, welche auch als die „12 Nächte“ bekannt sind, beginnen am Thomastag, dem 21. Dezember. Von da an, heißt es in der Legende, streift zwölf Nächte lang die „Wilde Jagd“ durch die Straßen. Angeführt werden soll sie vom nordischen Gott Wotan und seinem achtbeinigen Pferd Sleipnir, so heißt es im Norden. Im Süden glaubt man an Teufel und andere Dezembergeister, die all jenen begegnen, die zu unvorsichtig sind. Beispielsweise soll man in den zwölf Tagen keine drehenden Bewegungen vollführen, so etwa auch keine Wäsche waschen (was meist nur schwer zu bewerkstelligen ist, ebenso wie das Rühren im Topf zu unterlassen).

Hilfe gegen das Böse gibt es aber durch Kerzen und Weihrauch. Mit viel Räucherwerk zog man einst über die Bauernhöfe und wollte so sich und das Vieh schützen. Meist wurde über die Nacht zusätzlich eine Kerze aufgestellt, die das Böse vertreiben sollte.

Und doch hatten die Menschen große Angst, wenn der Sturm an den Fenstern rüttelte und die „Wilde Jagd“ vorüberzog.

Heute können wir uns diese Ängste in unserer modernen Welt kaum noch vorstellen. Und doch gibt es im Winter für die meisten von uns auch den einen oder anderen dunklen und unheimlichen Moment, sei es auf einer unbeleuchteten Straße oder während eines Sturms unterwegs.

Nach dem Heiligen Abend gibt es bis zu Silvester und dem Neujahrsfest noch zwei Feiertage.

Zum einen ist dies der Tag des Heiligen Stephanus am 26. Dezember. Stephanus soll der erste Märtyrer der christlichen Kirche gewesen sein. Er wurde noch von Jesu Aposteln als Diakon der urchristlichen Gemeinde von Jerusalem eingesetzt. Allerdings wurde er in dieser Rolle – vor allem wegen seiner Hassreden gegen die Juden – verfolgt und gesteinigt.

Brauchtum rund um den Stephanstag dürfte heute vor allem den Reitern unter uns bekannt sein. Denn Stephanus ist Patron der Pferde und Reiter. So fanden schon seit Jahrhunderten zu diesem Datum zahlreiche Umritte statt. Die Weihnachtsfeierlichkeiten brachten und bringen es mit sich, dass die Reiter des Öfteren zu Speis und Trank eingeladen werden. Viele Reitvereine bieten Stephaniritte an.

Am 28. Dezember feiern wir den „Tag der unschuldigen Kinder“. Er soll an den Kindermord zu Bethlehem erinnern, dem Jesus Christus nur knapp entkam. Doch im Grunde geht es an diesem Tag um all die Kinder in der Welt, die leiden, weil sie nichts zu essen oder keine Familie mehr haben. Vielleicht geht ja an diesem Tag der eine oder andere Gedanke an jene Kinder, die kein schönes Weihnachtsfest erleben durften und man überlegt selbst, wie man sie unterstützen könnte. Die Möglichkeiten dafür sind schließlich zahlreich…

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